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Schulinspektion – quo vadis?

Mit einer Fachtagung feierte die Schulinspektion am 04.11.16  zehnjährigen „Geburtstag“.  Auch Vertreter der Lehrerkammer nahmen an Workshops teil, um die Diskussionen zu verfolgen und ihre Positionen deutlich zu machen. Einige Eindrücke:

Die Schwierigkeit, die Schulinspektion für Verbesserungen im Bildungsbereich kausal verantwortlich zu machen, wurde klar benannt. Auch waren Veranstalter und Vortragende so redlich, die Grenzen der empirischen Unterrichtsforschung immer wieder klar zu benennen: Konkrete Kausalketten lassen sich (noch?) nicht finden.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach dem Sinn der Schulinspektion – über eine Abschaffung wird freilich von Seiten der Behörde nicht nachgedacht. War dies auch zu erwarten, so überraschte doch der folgende Konsens: Die Arbeit an Schul- und Unterrichtsentwicklung fängt nach den Inspektionsergebnissen erst an, und dafür ist Zeit nötig. Aus unserer Sicht als Lehrerkammer muss dies Zeit für alle Beteiligten sein, in guter Partizipation zusammenzuarbeiten. Schulentwicklung wird nicht funktionieren, wenn das Personal nicht einbezogen und beteiligt wird.

Positionen der Lehrerkammer:

September ’16: Ganztag und Partizipation

Hoher Besuch in der Lehrerkammer: Der Landesschulrat Herr Altenburg-Hack gekommen. Die Fragen der Lehrerkammer an ihn zu Themen wie der Lage der Stadtteilschulen, dem Stand der Inklusion und den „Umbauten“ in der Behördenstruktur erbrachten zwar insgesamt wenig Neues, doch scheint endlich wieder Bewegung in die geplante Dienstvereinbarung zum Ganztag zu kommen. Dafür wird es auch höchste Zeit.

Weiterer Gast war Fr. Dr. Diedrich, Leiterin der Schulinspektion. Ob die Schulinspektion die KollegInnen belaste, wie in Niedersachsen festgestellt? Immerhin betont Fr. Dr. Diedrich, dass der Entwicklungsprozess an den Schulen interessanter sei als das Erreichen bestimmter Ziele oder Ideale. Sie halte es daher nicht für sinnvoll, dass Schulen für die Schulinspektion vermeintlich benötigte Konzepte im Schnellverfahren erzeugten: Diese würden vermutlich eher nicht in lebendige Unterrichtspraxis umgesezt. Vielleicht ist das ein Argument für die eine oder andere KollegIn gegenüber der Schulleitung, wenn die Inspektion wieder ansteht! – Wegen Zeitmangels etwas unbefriedigend verlief der Austausch zur Frage, wie die demokratische Einbeziehung und Partizipation der Lehrkräfte in schulische Entscheidungen im Verhältnis zum Schwerpunkt „Führung“ sei, den sich die Schulinspektion für 2017 gesetzt hat. Der Verweis auf die Führungsstile, die die Schulinspektion erfasse (dargestellt in Hamburg macht Schule 1/2014 vom IfBQ-Mitarbeiter Dr. Pietsch, online hier) – darunter auch der sog. partizipative Führungsstil – konnte die Lehrerkammer nicht befriedigen. Letztlich bleiben wir bei unserer Meinung: Nur eine selbstverständliche demokratische Partizipation aller Beteiligten an Schule kann SchülerInnen zu Demokraten erziehen. Leider scheint dieses Bildungsziel für die Behörde neben allen evaluierten Leistungswerten wenig reizvoll zu sein.

Engelbert Prolingheuer, Vorsitzender

 

KERMIT-Ergebnisse und ihre Weitergabe

Stellungnahme zum Verfahrensvorschlag zur Information der Eltern- und Schülervertreter über die KERMIT-Ergebnisse

Die Lehrerkammer nimmt den Vorschlag zum Verfahren der Bekanntgabe der Kermit-Ergebnisse zur Kenntnis. Sie sieht darin ausgesprochen kritische, systembedingte Punkte, unterstützt aber die Intention der Behörde, Wildwuchs der Bekanntmachung von Testungsergebnissen zu verhindern. KERMIT-Ergebnisse und ihre Weitergabe weiterlesen

Zum Orientierungsrahmen Schulqualität

Stellungnahme der Lehrerkammer zum Entwurf des Orientierungsrahmens Schulqualität und zum Leitfaden des Orientierungsrahmens Schulqualität von2012

Die Lehrerkammer hat sich auf ihren Sitzungen am 16.8. und am 13.9.2012 mit dem aktuellen Entwurf „Orientierungsrahmen Schulqualität“ beschäftigt. Die Lehrerkammer kann nicht erkennen, dass der Orientierungsrahmen in der vorgelegten Fassung die Schulentwicklung positiv beeinflussen und zu besserer Unterrichtsqualität führen wird. Sie regt an, überhaupt erst einmal mit allen an Schule Beteiligten darüber zu sprechen, was gute Schule ausmacht und unter welchen Rahmenbedingungen sie möglich ist. Die originäre Qualitätssicherung geschieht durch die Beteiligten selbst; sie muss die wichtigste Säule der Qualitätssicherung sein. Die Lehrerkammer macht darauf aufmerksam, dass eine bessere Schule und besserer Unterricht nicht zum Nulltarif zu haben sind, sondern einen höheren Ressourcenaufwand nach sich ziehen wird. Zum Orientierungsrahmen Schulqualität weiterlesen